German Pro Spotlight – Caroline Nothnagel

Doppel-Gold beim RTA-Turnier in Wien 2026

 Nach unserem letzten Spotlight mit Lennard Tebbing richten wir den Fokus erneut auf eine der erfolgreichsten Athletinnen des Landes: Caroline Nothnagel.

Beim RTA-Turnier in Wien holt sie Gold im Einzel und Gold im Damen-Doppel – und bestätigt einmal mehr ihre außergewöhnliche Konstanz auf internationaler Bühne.

1 Ohne Erwartungen – aber mit klarem Anspruch 

„Eigentlich bin ich ohne Erwartungen nach Wien gereist – zumindest dachte ich das.“

Nach einer herausragenden Saison mit Gold und zwei Silbermedaillen bei den European Finals in St. Anton war die Ausgangslage speziell. Die Messlatte lag hoch – vor allem für sie selbst.

Ihre Vorbereitung? Bodenständig und realistisch.

Kein spezieller Turnierblock, kein perfektes Setup – stattdessen Tennis, Gym und das Beste aus begrenzten Trainingsmöglichkeiten gemacht.

Kurz vor dem Start kam die Frage:

Was will ich eigentlich erreichen?

Die Antwort war klar: Podium – idealerweise zweimal.

2 Einzel – Gold & Comeback

Caroline reiste am Freitagmorgen direkt zum Einzel an – wenig Zeit zum Eingewöhnen. Doch die Bedingungen spielten ihr in die Karten:

  • langsamer Ball
  • langsamer Court
  • niedriger Bounce
  • viel Zeit in den Ballwechseln

„Ich konnte fast wie im Tennis von unten ziehen – das kam mir extrem entgegen.“

Das schwierigste Match? Gegen Maria – mit unorthodoxem Rhythmus und starker Phase im zweiten Satz. Kurzzeitig musste Caroline taktisch komplett neu denken.

Ein besonderer Moment:

Im Finale stand ihr ihre eigene Doppelpartnerin gegenüber – die polnische Topspielerin Karolina Owczarek.

Normalerweise kämpfen sie Seite an Seite. Diesmal gegeneinander.

„Natürlich stehe ich lieber mit ihr auf einer Seite. Aber wenn wir uns im Finale begegnen, ist das immer etwas Besonderes.“

Der Titel bedeutete ihr vor allem eines:

Ein starker Start ins Turnier. Ein ruhiges Fundament für die nächsten Tage.

Und nicht zu vergessen:

Seit Mai 2025 hatte Caroline verletzungsbedingt kein Einzel mehr gespielt – bis zu den European Finals. Wien war die endgültige Bestätigung ihres Comebacks.

 

3 Damen-Doppel – Gold Nummer zwei 

Im Damen-Doppel spielte Caroline – wie gewohnt – mit ihrer polnischen Partnerin

Karolina Owczarek. 

Ein fixes Duo auf der europäischen Tour. Ihre Beschreibung? „Wie Arsch auf Eimer.“ 

Ihre Spielweise: solide-aggressiv, kaum unnötige Risiken, hohe Anpassungsfähigkeit. Doch die größte Stärke liegt im Vertrauen.

Ein Blick genügt.

Eine kurze Ansage in der Pause reicht.

Kennengelernt bei einem frühen Turnier, sportlich zunächst wenig erfolgreich – aber mit sofortigem Gefühl: Das passt. 

Im Finale wartete erneut das schwedische Top-Duo – fast schon eine kleine europäische Dauer-Rivalität. Nach einer bitteren Niederlage in St. Anton trotz hoher Führung war dieser Sieg besonders wichtig.

„Der größere Erfolg war, dass wir es diesmal über die Ziellinie gebracht haben.“

Gold war das Resultat.

Die eigentliche Genugtuung lag im Match selbst.

 

4 Mixed mit Felix Grunert – Deutsches Duo auf der Tour

Im Mixed tritt Caroline mit Felix Grunert an – ihrem festen Partner auf der europäischen Tour.

„Mit Felix anzutreten ist mein sicherer Hafen.“

Beide ruhig.

Beide strukturiert.

Felix – der „Fels in der Brandung“ im Duo.

Mixed ist aktuell die vielleicht unberechenbarste Kategorie. Viele neue Paarungen, enorme Tagesform-Abhängigkeit, Matches entscheiden sich oft über wenige Punkte.

„Da kann alles passieren. Die Setzliste spielt kaum eine Rolle.“

In Wien reichte es diesmal nicht ganz für ganz vorne – aber genau das ist Hochleistungssport: Manchmal entscheiden zwei, drei Ballwechsel über Podium oder Lower Bracket.

 

5 Erfolge mit Bodenhaftung

Caroline blickt nüchtern auf ihre beeindruckende Bilanz:

  • 8-fache Deutsche Meisterin (3x Einzel, 3x Mixed, 2x Damen-Doppel)
  • 2x Bronze Europameisterschaften (Rom 2025 Einzel & Southampton 2024 Mixed)
  • Silber World Pickleball Championship Master 2026 (Hainan, Damen-Doppel)
  • Gold & 2x Silber European Finals 2025 (St. Anton)
  • 13x Gold, 4x Silber, 3x Bronze auf europäischen Profi-Turnieren seit Mitte 2024
  • Bei jedem gespielten Turnier: Podium Und dennoch sagt sie:

„Persönlich bedeuten mir Titel viel weniger als sportlich. Ich möchte nicht über

Erfolge definiert werden – sondern als Mensch wahrgenommen werden.“

Diese Klarheit macht sie so besonders.

 

6 Blick nach vorne – Wettkampf als Antrieb

Kein radikaler Umbruch.

Kein großes „Neuerfinden“.

Mehr Konstanz.

Stärken weiter ausbauen.

Wenn möglich mit den festen Partnern trainieren. Was sie am meisten motiviert?

„Ich liebe den Wettkampf – mit all seinem Druck, seinen Höhen und Tiefen.“

Und für Pickleball in Deutschland wünscht sie sich vor allem:

  • Mehr Sichtbarkeit der nationalen Spielerinnen und Spieler auf der internationalen Bühne
  • Mehr strukturelle Unterstützung
  • Mehr Plätze und Trainingsmöglichkeiten
  • Weniger Eigeninitiative als alleinige Grundlage

„Im Moment basiert vieles auf uns selbst – Organisation, Finanzierung, Social Media.

Ich wünsche mir, dass das, was wir sportlich leisten, auch mehr gesehen wird.“

 

Fazit

Doppel-Gold in Wien ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis von:

  • Konstanz
  • mentaler Klarheit
  • Vertrauen im Team
  • und echter Wettkampfliebe

Caroline Nothnagel steht für Leistungsstärke ohne Ego, für Professionalität ohne Pathos – und für die internationale Qualität des deutschen Pickleballs.

Und Wien war erst der Anfang dieser Saison. 🇩🇪

 

 

 

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